Die Schwaneweder Beeke ist ein kleiner, 6,7 km langer Bach, der auf der Garlstedter Sandgeest in der Gemeinde Schwanewede entspringt und als Mühlenfleth in die Weser mündet. Wie nahezu alle Fließgewässer wurde der Bach im Laufe der Vergangenheit stark verändert und ähnelt auf langer Strecke eher einem Graben als einem Bach.

Damit der Bach zumindest streckenweise ein Stück Natur zurückerobern kann, haben sich die vor Ort aktiven Naturschutzverbände –die Aktionsgemeinschaft Bremer Schweiz (AGBS), die BUND Kreisgruppe Osterholz, der Nabu Schwanewede und die Biologische Station Osterholz ‑  zu einer Projektgemeinschaft „Schwaneweder Beeke – vom Graben zum lebendigen Bach“ zusammengeschlossen. Idee war, die Schwaneweder Beeke zumindest auf Teilstrecken wieder zu einem naturnahen Bach umzugestalten. Mit eigenen finanziellen Mitteln, Fördergeldern und viel ehrenamtlicher Arbeit ist in den vergangenen drei Jahren viel geschehen. Das Ergebnis dieser Arbeit hat sich die Seniorenwandergruppe am 11. April angesehen:

Wie Susanne Wagner von der AGBS einführend erklärte, hatte zuerst ein von der Projektgemeinschaft beauftragtes erfahrenes Ingenieurbüro ein Konzept zur Renaturierung von drei ausgewählten Gewässerstrecken der Schwaneweder Beeke erarbeitet. In diesen Bach-Abschnitten sollte der Bach ein geschwungenes naturnahes Bachbett erhalten und die Bachsohle mit Kies, größeren Steinen und einigen fest verankerten Baumwurzeln gestaltet werden, wie es für einen auf der Geest fließenden Tieflandbach typisch ist. Das war nicht ohne Inanspruchnahme angrenzender Flächen möglich, weil ein naturnaher gewundener Bach mehr Platz benötigt als ein geradlinig, grabenartig ausgebautes Gewässer. Die Gemeinde Schwanewede und die evangelische Kirchengemeinde St. Johannes haben ihre Flächen dafür zur Verfügung gestellt.

Im Herbst 2017/2018 wurde der mittlere Teil auf der Fläche der Kirchengemeinde umgesetzt. Drei große Bachmäander sind neu entstanden, ein Kleingewässer und eine neue Wallhecke, die den Nährstoffeintrag vom Acker in den Bach abpuffert, neu angelegt. Zum Schutz der benachbarten landwirtschaftlich genutzten Flächen darf sich der Wasserspiegel nicht negativ verändern. Stattdessen entstehen durch Bodenabgrabungen flache Uferzonen und neue Überschwemmungsräume. Insgesamt wurden 3.550 m3 Boden bewegt, 188 Tonnen Kies und 30 Tonnen Findlinge in das Gewässerbett eingebaut.

Wie schnell das neue Gewässer- und der Auenlebensraum sich entwickelt haben, davon konnten sich die interessierten Wanderer selbst überzeugen. Jutta Kemmer von der Biologischen Station zeigte typische Auenarten wie Bachbunge, Schwertlilie und Igelkolben, Blutweiderich und Mädesüß, die sich am Bachufer entwickelt haben. Sie erklärte auch, dass das die neu angelegte Kiessohle von wirbellosen Tieren wie Libellen, Stein- und Köcherfliegen für ihre Entwicklung notwendig ist und von mehreren Kleinfischarten zur Laichablage genutzt werden. Erlen bieten wichtige Schutz- und Versteckmöglichkeiten und sollen die eigendynamische Entwicklung des Baches unterstützen.

Das Echo auf die Renaturierung des Bachabschnitts der Schwaneweder Beeke ist groß: Die Gemeinde Schwanewede hat entschieden, den ersten der drei geplanten Gewässerabschnitte zu renaturieren. Der BUND übernimmt die Umsetzung des dritten Abschnitts.