Was tun, wenn ich mit meinen Nachbarn Streit habe ? Kann mir da jemand aus der näheren Umgebung helfen ?

Der Seniorenbeirat hat die Schiedsstelle der Gemeinde Schwanewede besucht und mit den beiden zuständigen Schiedsleuten gesprochen. Gerade heute, berichtet Stefan Gröger, soll der 100. Fall verhandelt werden und wir drücken ihm die Daumen, daß wieder ein positives Ergebnis erzielt wird.

Für Schwanewede zuständig: Schiedsmann Stefan Gröger und Schiedsfrau Christina Brünjes

Wie die Beiden übereinstimmend berichten, wurden in den letzten 15 Jahren mehr als 70 % der Fälle einvernehmlich beigelegt.

Die Streitigkeiten können Banalitäten sein, wie z.B. das Fällen eines großen Baumes, was dem Nachbarn den Sichtschutz nimmt. In diesem Fall wurde dafür eine sehr elegante Lösung gefunden, der Nachbar hat dem Anderen einen kleinen Apfelbaum geschenkt!

Ein weiterer Fall war eine ältere Dame, die durch den Eigentümerwechsel nebenan ihre gewohnte Hausgemeinschaft verlor und durch Unsicherheit und Ängstlichkeit eher verschlossen und teilweise aggressiv reagierte. Die neuen Hausbesitzer waren sich gar nicht bewußt, daß sie der Dame alleine durch ihr Verhalten Angst machten und die Schiedspersonen konnten so durch das Ansprechen der Probleme eine bessere Umgangsbasis erreichen.

Die Schiedspersonen haben keine Entscheidungskompetenz, sie können den Parteien unverbindliche Vergleichsvorschläge unterbreiten. Sie arbeiten ehrenamtlich und geben sich sehr viel Mühe, einen geeigneten Lösungsweg zu finden, der jeder Partei gerecht wird und bei dem sich keiner „über den Tisch gezogen“ fühlen soll.

Natürlich gibt es (leider) auch Fälle, bei denen die jeweilig beteiligte Schiedsperson sehr schnell weiß, daß hier wohl keine Einigung erzielt wird und dann gehen diese Fälle vor Gericht. Ein Aspekt dazu muss erwähnt werden: auch die Gerichte versuchen einen Vergleich zu erzielen, und möglicherweise ist dieser dann weniger attraktiv als eine Einigung bei der Schiedsstelle!

Wichtig sollte auf jeden Fall immer sein: Als erstes miteinander sprechen! Falls die Situation dafür schon zu verfahren ist, sollte man die Schiedsstelle ansprechen. Die Schiedsleute können bei Streitigkeiten des täglichen Lebens tätig werden, wie z.B. bei kleineren Geldforderungen von Verträgen (Handwerkerrechnungen oder Mietstreitigkeiten) nachbarschaftliche Streitigkeiten (Grenzabstand und Höhe von Hecken und Bäumen, Geruchs- bzw. Lärmbelästigung etc.).

Man sollte auch bedenken, daß die einvernehmliche Beilegung eines Streites oder einer Auseinandersetzung es den Parteien erleichtert, auch weiterhin im täglichen Leben miteinander auszukommen. Eine Schlichtung vor dem Schiedsamt trägt daher in vielen Fällen mehr zum Rechtsfrieden zwischen den Parteien bei als ein vor Gericht „erstrittenes Urteil“.