Wer ein eigenes Haus hat und 5000 € – 10000 € investiert, kann mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach seine Stromrechnung mindestens halbieren und je nach Umständen sogar auf null bringen, wie im SB Kurier Januar – Juni 2019 beschrieben.

Die gute Nachricht: Auch wenn man kein eigenes Haus hat, sondern in einer Miet- oder Eigentumswohnung wohnt, kann man seine Stromkosten mit Photovoltaik immerhin um ca. 6 bis 12% reduzieren (je nach Jahresverbrauch), und die Ausgaben für die Anlage sind ebenfalls überschaubar: 500 bis 750 Euro, je nach Anlagenqualität und -größe. Auch der mit einer großen Anlage verknüpfte bürokratische Aufwand entfällt bis auf einen kleinen Rest, und einen Handwerksbetrieb muss man meistens auch nicht beauftragen.

Wie geht das? Es gibt seit ein paar Jahren als kleine Schwester großer PV Anlagen auf dem Dach sogenannte Balkonkraftwerke (Abb. 1), auch Steckermodule genannt, die man am Balkon oder an der Fassade befestigen, oder bei einer Erdgeschoßwohnung mit Terrasse und Garten auf der Terrasse oder einem Gartenhaus platzieren kann. Mit einer Größe von ca. 1,70m x 1,00m ist der Platz, den man dafür haben muss, überschaubar. Das Photovoltaikmodul hat zusätzlich ein elektronisches Gerät, (genannt Wechselrichter) auf der Rückseite montiert, das den Strom, den die Module erzeugen, fit für das eigene Stromnetz in der Wohnung macht.

Und wie bringt man den selbst erzeugten Strom in das eigene Stromnetz in der Wohnung? Ganz einfach, über eine Steckdose, zum Beispiel montiert am Balkon oder auf der Terrasse. Einstecken und fertig! Der Strom, den die kleine PV Anlage produziert, wird in das Stromnetz in der Wohnung eingespeist und reduziert so die Menge Strom, die man kaufen muss.

Wer aufmerksam gelesen hat, fragt sich vielleicht: Was passiert, wenn der Verbrauch im Haus weniger ist als das, was das eigene kleine Kraftwerk produziert? Die einfache Antwort ist: nichts. Das soll heißen, der Strom wird erzeugt und was nicht selbst verbraucht wird, geht ins allgemeine Stromnetz, aber es hat weiter keine Folgen. Der eigene Stromzähler steht still. Der Nachteil ist, man verschenkt etwas Strom.

Wieviel verschenkt man eigentlich? Die erfreuliche Antwort: ein typischer Haushalt verbraucht tagsüber fast immer mindestens 200 Watt, und mehr erzeugt die Anlage bei dem typischen norddeutschen Wetter (bewölkter Himmel / Regen) oder in den Morgen- und Abendstunden auch nicht. Wenn man dann noch darauf achtet, dass man größere Verbraucher (Waschmaschine, Spülmaschine, Staubsauger, Elektroherd, Wasserkocher usw.) möglichst anschaltet, wenn die Sonne scheint, dann verschenkt man praktisch keinen Strom.

Ganz ohne Bürokratie geht es übrigens leider nicht: Man muss einmalig den Netzbetreiber informieren und seine Anlage bei der Bundesnetzagentur registrieren, danach gibt es keine weiteren Pflichten oder Bürokratie (im Gegensatz zu einer großen Dachanlage). Die entscheidende Frage, was kostet es und was bringt es:

  • Kosten: Anschaffung z.B. für ein Balkonkraftwerk mit 310 Watt maximaler Leistung: ca. 700 Euro. Dafür bekommt man den „Mercedes“ unter den Balkonkraftwerken, alles in Deutschland hergestellt, insbesondere das PV-Modul, das besonders für den Betrieb als Balkonkraftwerk optimiert ist und in einer Firma in Ritterhude als Balkonkraftwerk technisch ausgerüstet wird.

Dort kann man es selbst abholen und daheim installieren, nicht viel schwieriger als z.B. eine Waschmaschine. Es gibt aber auch mindestens 20 weitere Anbieter in verschiedenen Preislagen und Qualitäten. Wem 310 Watt nicht reichen, kann auch 2 oder 3 Balkonkraftwerke kombinieren.

  • Nutzen: Ertrag pro Jahr: ca. 250 Kilowattstunden, also bei 30 Cent pro Kilowattstunde hat man 75 Euro pro Jahr gespart. Das heißt, nach ca. 9 Jahren hat man das investierte Geld wieder verdient, danach wirft die einmalige Investition weiter jedes Jahr € 75 ab, oder mehr, wenn der Strom teurer wird, was sehr wahrscheinlich ist! Etwas flapsig ausgedrückt: ein besseres Sparbuch gibt es nicht.
  • Vorteil: Das Balkonkraftwerk kann jederzeit umgezogen werden – es ist nach der Anmeldung nicht an die Wohnung sondern an den Besitzer gebunden.

Das Beste: Jede Kilowattstunde, die man selbst erzeugt, muss nicht in einem Kohle-, Gas- oder Kernkraftwerk erzeugt werden – ein kleiner aber feiner Beitrag zum Umweltschutz, der nach einer einmaligen Investition langfristig unterm Strich Geld spart.

Wer mehr wissen will über Balkonkraftwerke und alle Fragen, die sich mit Energiesparen, Umweltschutz und modernen Technologien rund um Strom, Heizen und Verkehr befassen: Es gibt monatlich an einem Dienstagabend vom Seniorenbeirat die Veranstaltung „Energiewerkstatt“ in der Begegnungsstätte.

Dort kann man auch erfahren, wer der Hersteller aus Ritterhude ist und nähere Einzelheiten, was man bei der Aufstellung und Montage der Module beachten muss.  Dort wird jeden Monat ein Thema rund um die Energieerzeugung und den Energieverbrauch behandelt. Nähere Einzelheiten zu Zeiten und konkreten Terminen in diesem Heft. Für viele der in der Vergangenheit behandelten Themen sind Informationen auf der Webseite des Seniorenbeirats abrufbar. (https://www.seniorenbeirat-schwanewede.de/energie-werkstatt/)

Werner Bergholz