Vorsorgevollmacht, rechtliche Betreuung und Betreuungsverfügung

Astrid Folkers, Landkreis Osterholz. Ein Jeder kann – unabhängig vom Alter – durch einen Unfall oder eine schwere Krankheit in eine Situation kommen, in der es nicht mehr möglich ist, wichtige gesundheitliche und finanzielle Angelegenheiten selbst zu regeln.

In diesem Fall stellen sich viele Fragen:

  • Wer soll für mich handeln?
  • Wer willigt im Krankenhaus in Operationen oder Untersuchungen ein? Wer setzt die Wünsche aus meiner Patientenverfügung um?
  • Wer erledigt meine Bankgeschäfte, Behörden- oder Versicherungsangelegenheiten?
  • Wer darf meine Post öffnen?

    Viele werden sagen: „Mein Ehepartner und meine Kinder werden sich doch in diesem Fall um mich kümmern!“ Natürlich dürfen Ihre Angehörigen Ihnen in dieser Zeit beistehen, aber sie können für Sie keine rechtsverbindlichen Entscheidungen fällen. Das dürfen Ihre Familienangehörigen nur dann, wenn sie von Ihnen in gesunden Tagen durch eine private Vollmacht bevollmächtigt wurden.

    Falls es keine Vorsorgevollmacht gibt, müssten diese vom Amtsgericht als rechtliche Betreuer bestellt werden.

    Es spricht sehr vieles für eine Vorsorgevollmacht

    Denn: Sie haben bei einer Vollmacht das höchste Maß an Selbstbestimmung und viele Gestaltungsmöglichkeiten. In aller Ruhe können Sie darüber entscheiden, wer welche Aufgaben übernehmen soll. Dabei ist es möglich, mehrere Personen mit verschiedenen Aufgaben zu betrauen und stellvertretende Bevollmächtigte zu benennen.

    Eine erteilte Vorsorgevollmacht ist zwar ab dem Zeitpunkt der Unterzeichnung wirksam, in der Regel wird aber zwischen Vollmachtgeber und Vollmachtnehmer vereinbart, dass der Bevollmächtigte erst handeln soll, wenn sich der Vollmachtgeber nicht mehr selbst um seine Angelegen- heiten kümmern kann.Das Wichtigste ist, dass Sie vollständiges Vertrauen zu der bevollmächtigten Person haben. Denn diese darf grundsätzlich ohne jegliche private oder behördliche Kontrolle handeln. Nur manche Entscheidungsbefugnisse unterliegen einer gerichtlichen Kontrolle und müssen in dieser Vorsorgevollmacht extra benannt sein. Hierbei handelt es sich beispielsweise um die Entscheidung über die Verwendung von Bettgittern, Gurte im Rollstuhl oder eine geschlossene Unterbringung in einem Krankenhaus oder Pflegeheim. Für diese Entscheidungen sind vom Bevollmächtigten zusätzlich Genehmigungen des Betreuungsgerichts einzuholen.

    Mit einer Vorsorgevollmacht sind Sie im Fall der Fälle bestens gerüstet

    Wenn Sie keine Vorsorgevollmacht erteilt haben, kann es notwendig sein, dass vom Amtsgericht eine sogenannte Rechtliche Betreuung eingerichtet wird.

    Hier entscheidet das Gericht, wer sich um Ihre Aufgaben und Angelegenheiten kümmert. Zumeist werden die Familienangehörigen als Betreuer eingesetzt. Für diesen Fall kann man aber auch in einer Betreuungsverfügung Personen benennen, die man sich als Betreuer wünscht oder ausschließt. An diese Betreuungsverfügung ist das Amtsgericht gebunden.

    Die Betreuungsstelle des Landkreises Osterholz hilft bei Fragen zu Vorsorgevollmachten, rechtlicher Betreuung und Betreuungsverfügung beantwortet Ihnen gerne die Betreuungsstelle des Landkreises Osterholz, Heimstraße 1-3, 27711 Osterholz-Scharmbeck. Ansprechpartnerinnen sind:

 

  • Frau Folkers: Telefon.: 04791 / 930 – 29 40 und
  • Frau Wittkop-Hecht: Telefon.: 04791 / 930 – 29 41

 

Hier können Sie auch kostenlose Broschüren und Vordrucke für Vorsorgevollmachten und rechtliche Betreuungen erhalten.