Seit mehr als 30 Jahren wohne ich hier in meinem wunderschönen Haus, das mir so ans Herz gewachsen ist. Viele liebe Erinnerungen sind damit verbunden. Aber natürlich auch schlechte Zeiten, als mein Mann so krank wurde und als er dann letztendlich vor 7 Jahren von uns ging – das war für mich eine harte Zeit…

Nun habe ich mich zwar wieder so einigermaßen zurechtgefunden, so alleine, aber ich stelle immer wieder fest, dass ich mich in diesem großen Haus eigentlich „verliere“ – ich würde mir so gerne öfter Gesellschaft wünschen – aber das ist es nicht alleine. Mein größtes Problem stellt meine wachsende Unbeweglichkeit dar, die von meinem starken Rheuma verursacht wird und die mir sogar teilweise das Öffnen von einer Wasserflasche zur Herausforderung werden lässt.
Wie schön wäre es, wenn ich einfach zu einem Mitbewohner gehen könnte, um ihn z. B. darum zu bitten, mir die Flasche zu öffnen!

Ich habe in meinen Träumen schon eine konkrete Vorstellung. Jung und dynamisch sollte mein Mitbewohner sein, egal ob männlich oder weiblich. Hauptsache es ist wieder Leben in meinem Haus! Meine Kinder und Enkelkinder sind mittlerweile so weit weg, dass ich sie leider nur 1- bis 2-mal pro Jahr sehen kann. Die Sehnsucht nach Gesellschaft wird größer, wenn sie wieder abgereist sind.

Außerdem könnte diese Person, an die ich denke, auch in meinem Garten aktiv sein. Ich habe doch immer so gerne mein Gemüse gezogen, meine Kräuter angepflanzt. Und auch meine schönen Blumen fehlen mir so sehr, die ich an vielen Stellen immer wieder angepflanzt hatte, so dass ich mich, wo ich auch gerade war, immer an ihnen erfreuen konnte. Leider geht das nicht mehr, denn ich kann weder die Erde tragen noch den schweren Kompost umarbeiten… ach wie schön wäre da eine kleine Hilfe…

Dann kommt ja noch dazu, dass in einem Haus immer mal wieder kleine Reparaturen fällig werden. Ob es eine kaputte Lampe ist, ein tropfender Wasserhahn oder wenn die Türe klemmt, die mich neulich vor das große Problem stellte, wie komme ich in diesen Raum? Zum Glück hatten mir meine Nachbarn geholfen, aber die haben auch genug mit ihren drei Kindern und dem großen Garten zu tun. Daher möchte ich sie wirklich nur in Notfällen bitten – auch wenn sie mir bisher immer geholfen haben, wenn ich fragte.

Ich würde auch nicht viel Miete von diesem Mitbewohner verlangen. Vielleicht ein kleines Zubrot zu meiner ziemlich kleinen Rente, das könnte sicherlich nicht schaden, denn es heißt schließlich: „was nichts kostet ist nichts wert“ – aber viel wichtiger ist mir eigentlich die Hilfe und die Gesellschaft.

So, oder so ähnlich könnte der Traum einer Seniorin aussehen, die sich dazu bereit erklärt, ihr Haus mit jemanden zu teilen – Sie, liebe Leser möchte ich dazu anregen, sich darüber Gedanken zu machen, ob das nicht auch eine Option für Sie wäre?! Selbstverständlich auch für die alleinstehenden Herren unter uns, die sicherlich auch diese Einsamkeit kennen! Könnten Sie sich das vorstellen?
Eva Bergholz